4,6 Millionen E-Mail-Adressen für 1.000 Euro
Zahlreiche Verbraucher teilten der Verbraucherzentrale Sachsen in den letzten Tagen mit, dass sie in ihrem E-Mail-Postfach ein schier unglaubliches Angebot erhalten haben.
Der Sender der Nachricht, der sich nur "Der Mailer" nennt, bietet beispielsweise 4,6 Millionen E-Mail-Adressen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für 1.000 Euro an. Erschreckend für den Einzelnen ist dabei wohl insbesondere, dass es sich dabei um E-Mail-Adressen von weit verbreiteten Anbietern wie t-online, web.de oder gmx.de handeln soll.
"Unabhängig davon, ob hier tatsächlich legal oder illegal Adressen verkauft werden sollen, handelt es sich um unerlaubte Werbung, wenn die ausdrückliche vorherige Einwilligung des Verbrauchers nicht vorliegt. Dies wird auch Spam-E-Mail genannt", informiert Friederike Wagner von der Verbraucherzentrale Sachsen. Bei den momentan versendeten E-Mails geht es vermutlich eher um die Sammlung weiterer Daten und Informationen bzw. den Erhalt des Geldes ohne Gegenleistung. Dass man hier wirklich etwas für seine 1.000 Euro bekommen würde, bezweifelt Wagner daher.
Gegen diese Art der unerlaubten Werbung kann rechtlich auf vielfältige Weise vorgegangen werden. Die Durchsetzbarkeit ist jedoch problematisch, da kaum zu ermitteln ist, wer wirklich hinter der Spam-E-Mail steckt.
Die Spam-Attacke sollte vielmehr daran erinnern, dass Datenschutz nicht nur eine Aufgabe des Gesetzgebers ist, sondern mangels ausreichender (Neu-)Regelungen 2009 nach wie vor in der Hand der Verbraucher selbst liegt. Schützen kann nur der sparsame Umgang mit persönlichen Daten. Dazu gehört heute ebenfalls die E-Mail-Adresse. Beispielsweise auch Internetforen, sozialen Netzwerken und bei Onlinebestellungen sollte nicht achtlos die (E-Mail-) Adresse preisgegeben werden. Insbesondere bei Einkäufen im Internet sollten immer die Allgemeinen Geschäftsbedingungen kontrolliert werden, ob eine Verwendung der Daten zu Werbezwecken oder die Weitergabe an Dritte ausgeschlossen werden kann. Ein gut konfigurierter Spam-Filter kann außerdem helfen, dass die richtigen Nachrichten im Postfach ankommen und die Falschen aussortiert werden. Dies kann Zeit und Ärger ersparen.
Letztlich ist ratsam, Spam-E-Mails nicht zu öffnen, da diese Viren oder Trojaner enthalten können, meint Wagner.
Quelle: Pressemeldung Verbraucherzentrale Sachsen e.V.
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