Der Supportstopp von Windows 10 im Herbst 2025 zwang Betriebe zur Neuausrichtung ihrer Automatisierung. LGR Packaging in Rheine war betroffen, weil die Krifft und Zipsner Steuerungen auf 25 Jahre alter Hardware Windows 11 ablehnten. Krifft und Zipsner reagierten mit KriZiTransDesk Professional/Web. Dieses System integriert ERP und BDE via MS SQL, steuert Fördertechnik mithilfe von RFID Datenträgern und gewährleistet Just in Time Belieferung. So bleibt die bestehende Anlage wartungsarm hochautomatisiert Dauerbetrieb.
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Oyonnax Faltschachtelhersteller Rheine kämpft ernsthaft mit Windows zehn Auslaufproblemen

Transferwagen zwischen den Förderlinien (Foto: Krifft & Zipsner GmbH)
Im Herbst 2025 stellte Microsoft den Support für Windows 10 endgültig ein, sodass Steuerungshardware ohne Windows-11-Kompatibilität keine Updates mehr erhielt. LGR Packaging, mit Hauptsitz in Oyonnax und Produktionsstandort in Rheine, war betroffen. Die Krifft & Zipsner-Fördertechnik inklusive Siemens-S7-Steuerung lief auf 25 Jahre alter Hardware. Die abgestimmten Applikationen waren technisch veraltet und nicht erweiterbar. Ohne Softwareumstellung drohten Stillstände und erhöhte IT-Sicherheitsrisiken der Produktion.
Kostenintensives Windows11-Upgrade mit Neuverkabelung bleibt unrealistische Option für Rheine-Anlage
Die Einrichtung beinhaltet 35 parallele Förderspuren in der Druckabteilung sowie 42 in der Stanzerei, begleitet von fünf Transferwagen, einer Drehstation und zwei Stapelwendern. Die HMI-Stationen laufen auf Windows-10-Basis und sind an ältere Entwicklungsumgebungen gebunden. Ein Umstieg auf Windows 11 hätte die Erneuerung kompletter Steuerungsschränke, umfangreiche Leitungsverlegungen und eine vollständige Neuprogrammierung erfordert, was das verfügbare Budget massiv überstiegen und letztlich erhebliche betriebliche Risiken verursacht hätte
Siebzehn Siemens S7-300 gesteuert durch moderne KriZiTransDesk-Logikmodule und HMI

Transferwagen bei der Übergabe (Foto: Krifft & Zipsner GmbH)
In Folge des Windows?10-Supportendes integrierte Krifft?&?Zipsner KriZiTransDesk Professional und Web, um die Logistiksteuerung zukunftsfähig zu gestalten. Zwei HMI-Anwendungen wurden entwickelt und an siebzehn Siemens S7-300-Steuerungen, einen Marquip-Querschneider, drei K&B-Druckmaschinen, vier Stanzmodule und drei ASI-Trade-Kaschiermaschinen angebunden. Die Erfassung aller Betriebsdaten erfolgt über eine MS-SQL-Datenbank, die automatisiert mit dem firmeneigenen ERP/BDE-System zusammenarbeitet. Somit ist eine durchgängig vernetzte, automatisierte Prozesskette mit Echtzeitkontrolle und verbesserter Produktionssteuerung entstanden. Wartungsprozesse wurden gestrafft und Ausfallzeiten nachweislich minimiert.
Zentrale Datenbank steuert RFID-gesteuertes Lager und eliminiert manuelle Eingriffe
Die aktuell entwickelte HMI nutzt RFID-Module an den Transferwagen, um Auftragsbelege pro Stapel zu identifizieren und eine fehlerfreie, auftragsreine Lagerung zu gewährleisten. Alle Jobfolgen werden automatisch aus einer zentralen Planungsdatenbank synchronisiert. Darüber hinaus erlaubt die Benutzeroberfläche die manuelle Auswahl eines Pools von bis zu fünf Aufträgen oder den gezielten Einzelabruf einzelner Jobs. Manuelle Eingriffe der Bereichsleiter im vorherigen Halbautomatikbetrieb werden komplett überflüssig, wodurch die Lagerprozesse reibungsloser und deutlich schneller ablaufen.
HMI-Anwendung integriert RFID und MS-SQL, optimiert Logistikprozesse durch Automatisierung
Mit dem grafischen Order-Client in Druckerei und Kaschiererei lassen sich Aufträge einfach per Klick aufgeben. Anschließend organisiert ein selbstlernendes Transportsystem Transferwagen, Dreheinheit und Zwischenlager automatisch so, dass gleiche Kartonlagen entsprechend Länge, Breite und Kartonqualität Just-in-Time an die passenden Maschinen gelangen. Palettenrotation, Ladungsdrehung und automatische Zuführung der Anleger werden ohne menschliche Eingriffe ausgeführt, wodurch eine durchgängige, mannlose Produktion ohne Stillstand gewährleistet ist. Überträgt automatisiert Statusinformationen permanent in Echtzeit an zentrales Leitsystem.
Krifft?&?Zipsner bieten effiziente KriZiTransDesk-Update ohne teuren Hardwareaustausch durch Softwareinnovation

Hauptbildschirm neue Software (Foto: Krifft & Zipsner GmbH)
Die Kombination aus KriZiTransDesk Professional und Web erzeugt ein autonomes Lager- und Transportsystem, das bestehende Förderanlagen weiter nutzt und eine lückenlose Just-in-Time-Belieferung realisiert. Über RFID werden Auftragsdaten direkt an Transfer- und Dreheinheiten übergeben, während eine MS-SQL-Datenbank alle Materialbewegungen protokolliert und mit ERP/BDE abgeglichen wird. Das System steuert Querschneider, Druck- und Kaschiermaschinen, synchronisiert Transportmittel und optimiert Laufzeiten, reduziert Leerfahrten und sorgt für gleichbleibend hohe Prozessqualität und Transparenz. Wartungszyklen verlängert, Effizienz spürbar.
Drei weitere Werke implementieren erfolgreich KriZiTransDesk basiertes Logistikkonzept Rheine
Die Implementierung von KriZiTransDesk bei LGR Packaging Rheine verknüpft die vorhandenen Förder- und Steuerungskomponenten mit HMI-Lösungen, ohne die Infrastruktur zu verändern. RFID-Akquisition an Slots und Transferwagen sichert automatische Auftragserkennung. Die MS-SQL-gestützte BDE-Schnittstelle überträgt Produktivdaten an das ERP-System. So kann Just-in-Time-Belieferung exakt nach Plan erfolgen. Die intuitive Bedienoberfläche reduziert Trainingaufwand. Nach erfolgreicher Einführung stehen drei weitere Werke in der Umsetzungsphase. Die Lösung gewährleistet langfristige Investitionssicherheit, ermöglicht künftige Automatisierungsschritte ohne hohen Aufwand.

